Brandenburg-Liga 2011/12 (Stand 09.03.2012)

Spielbericht

18. Spieltag - Freitag, 09.03.2012 - 19:30

FV Preußen Eberswalde (10.) - SV Grün-Weiß Lübben (8.) 1:1 (0:1)

FV Preußen Eberswalde: Swen Lichtenberg, Konrad Schulz, Wojciech Gregula, Sebastian Schmidt, Steffen Sasse, Christian Rauch, Rico Musick, Felix Kalohn, Steven Zimmermann, Christian Schlegel, Rico Eichstädt (85. Tim-Marvin Mengel); Trainer: Torsten Maerz

Kader: Matthias Tews, Marcus Bülow, Aaron Semmling, Eric Brien

SV Grün-Weiß Lübben: Andre Schultchen, Dirk Schieban (41. Ahmet Ayata), Alexander Rattei, Sebastian Jurrack, Sebastian Rieger, Martin Scholz (78. Stephan Lindow), Steffen Knöfel, Marc Metzing, Steffen Schumann, Michael Leschnik, Denny Matthes; Trainer: Frieder Andrich

Kader: Steffen Blaske, Oliver Keutel, Steven Schiela

Tore: 0:1 Sebastian Schmidt (Eigentor, 10.); 1:1 Christian Schlegel (Foulelfmeter, 60.)

Schiedsrichter: Katja Mattig (Müllrose)

Zuschauer: 95

Gelbe Karte: Felix Kalohn (7.) (34.), Wojciech Gregula (2.) (65.) / Steffen Schumann (7.) (78.)

Rote Karte: Konrad Schulz (90., Notbremse) / -

Preussen kommt gegen den Vorletzten aus Lübben nur zu einem Punkt. Dabei geriet man in der 10.Minute in Rückstand, als Sebastian Schmidt den Ball mit einer mißlungenen Abwehraktion nach einem Eckball selbst im Tor unterbrachte. Danach zogen die Eberswalder zwar das Tempo und drängten Lübben hinten rein, hatten aber mit den Platzverhältnissen zu kämpfen die keine genauen Zuspiele zuliessen, so das man nur zu wenigen zwingenden Szenen kam. Nach einer gelunegen Kombination von Steffen Sasse auf Christian Schlegel und dieser zu Rico Eichstädt gelang zwar ein Tor, das aber wegen Abseits nicht anerkannt wurde. Auch wenn man Lübben mit weiteren Aktionen in Bedrängnis brachte, fehlte die Genauigkeit im Abschluss. In der zweiten Halbzeit ging das dann genauso weiter. Wobei Lübben immer offensichtlicher auf Zeit spielte. Der Ausglich war fällig, als Christian Schlegel zentral durch war aber von zwei Verteidigern mit Teckling im Strafraum gebremst wird, aber der fällige Strafstoss bieb aus, wurde dann aber in einer nicht ganz so offensichtlichen Szene drei Minuten später gegeben als Rico Eichstädt bei einem Solo vom Ball getrennt wurde. Christian Schlegel verwandelte sicher. Die nächsten zwanzig Minuten wurde das Tor dann regelrecht berannt, aber Christian Rauch, Rico Eichstädt und Christian Schlegel liessen Hundertprozentige Chancen aus. So auch Steven Zimmermann, den frei vorm Tor der Ball versprang, bevor er abziehen konnte. In der Nachspielzeit hätte das Spiel dann auch den umgekehrten Ausgang nehmen können, bei einem Konter war ein Lübbener frei durch und konnte von Konrad Schulz nur mit einem Foul an der Strafraumgrenze gestoppt werden, wofür er die Rote Karte sah. Der Freistoss wurde von Swen Lichtenberg vor der Torlinie pariert, der Ball dann rausgeschlagen. Nun stehen vier Auswärtsspiele in Folge an, mit dem fünften sieglosen Spiel in Folge ist man dabei im Niemansland der Tabelle abzutauchen, wie jeder Jahr.

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Mit einem überraschenden aber verdienten 1:1-Unentschieden ist Grün-Weiß Lübben aus Eberswalde zurückgekehrt. Dabei war bei Preußen Eberswalde für Lübben sogar mehr drin. Der Spreewälder Brandenburgligist hatte zwar in einigen Szenen auch das Glück des Tüchtigen, die entscheidenden Passagen liefen allerdings äußerst unglücklich.

Bei Grün-Weiß Lübben war von Beginn an zu spüren, dass die Mannschaft sich anders als in Seelow präsentieren wollte. Schon die erste Aktion, als Michael Leschnik Konrad Schulz die Kugel abjagte, brachte Verunsicherung in die Preußen-Defensive (4.). Fortan wackelte die Abwehr bei jedem Leschnik-Antritt. Als Denny Matthes nach einem weiten Einwurf im Strafraum zu Fall kam, wollte Lübben einen Elfmeter, Schiedsrichterin Katja Mattig wertete die Situation jedoch anders (6.). Auch dem 0:1 per Eigentor durch Sebastian Schmidt ging ein weiter Einwurf von Michael Leschnik voraus, zudem war der kuriose Treffer ein Ausdruck der Hektik beim Tabellendritten (10.).

Bei Lübben standen nach langer Pause Sebastian Rieger und Marc Metzing in der Startformation, die für Stabilität in der Defensive sorgten. So mühte sich Preußen zwar nach dem 0:1, klare Möglichkeiten erspielten sich die Hausherren jedoch nicht. Aber auch von den Gästen ging keinerlei Gefahr aus, weil die Bälle jetzt zu früh verloren gingen. In einer niveauarmen Begegnung, in der viel Kampf und Krampf herrschte, hatte Grün-Weiß Pech, als ein Kopfball von Steffen Schumann nach einer Flanke von Sebastian Rieger über das leere Gehäuse der Gastgeber ging (23.). Eberswalde verarbeitete den Frust der eigenen schlechten Leistung in der Folge durch überharte Attacken. So trat Rico Musick nach einem Ballverlust Michael Leschnik von hinten um (25.), kurze Zeit später machte es ihm Rico Eichstädt bei Sebastian Jurrack nach. Beide hatten Glück, dass Schiedsrichterin Mattig Gnade vor Recht ergehen ließ. Erst das dritte Frustfoul, dieses Mal mähte Felix Kalohn Sebastian Rieger rüde um, ahndete Frau Mattig mit dem gelben Karton (34.). Bis zur Pause hatten sich die Gemüter dann beruhigt, spielerisch blieben beide Mannschaften jedoch vieles schuldig. Lübbens Trainer Frieder Andrich wusste allerdings, "dass wir nach dem 1:7 von Seelow nicht von hier auf jetzt Superfußball spielen werden." Dazu sei die Verunsicherung der Mannschaft zu groß. "Kämpferisch hat die Truppe jedoch überzeugt."Nach der Pause wurde der Druck der Hausherren stärker. Bei Lübben kam mehr und mehr Verunsicherung auf. Von hinten wurden die Bälle jetzt wild herausgedroschen, die postwendend zurückkamen. "Ich hätte mir gewünscht", so Frieder Andrich nach der Partie, "dass wir in der Spitze die Bälle besser und länger halten, um die Defensive zu entlasten." So könne sich die Abwehr nie richtig sortieren und sammeln und "dann passieren fast zwangsläufig Fehler." So kamen die Gastgeber zu einigen Möglichkeiten. Die größte hatte Rico Eichstädt, der die Kugel jedoch aus drei Metern Lübbens sicherem Keeper André Schultchen in die Arme köpfte (56.). Nach einer Stunde war es dann soweit. Alexander Rattei grätschte Rico Eichstädt im Strafraum um, Katja Mattig entschied auf Strafstoß. Was von der Seitenlinie eher nach Fehlentscheidung roch, auch die Übungsleiter von Eberswalde konnten sich das Grinsen nicht verkneifen, werteten die Lübbener Spieler nach der Partie fair als Elfmeter, den man geben kann und sogar geben muss. Christian Schlegel verwandelte eiskalt zum 1:1 (60.). Eberswalde machte weiter Druck und hatte Möglichkeiten. So vergab Steven Zimmermann nach einem Missverständnis zwischen Steffen Schumann und André Schultchen (71.) genauso wie Christian Schlegel, in dessen Schuss sich Sebastian Jurrack im letzten Moment warf (72.). Als alle schon das Unentschieden abgehakt hatten, lief plötzlich Michael Leschnik allein auf das Gehäuse von Preußen zu und wurde einen halben Meter vor dem Strafraum von Konrad Schulz umgesenst. Statt jedoch Vorteil zu geben und dem in Ballbesitz befindlichen Denny Matthes das 1:2 zu ermöglichen, pfiff Katja Mattig Freistoß und gab Rot für Konrad Schulz. Den anschließenden Freistoß von Alexander Rattei hielt jedoch der Keeper der Hausherren Swen Lichtenberg. Preußen-Coach Torsten März empfand die Leistung seiner Mannschaft als Frechheit. "Wir waren die gesamte Spielzeit nicht auf dem Platz", zürnte der Übungsleiter. Einige hätten wahrscheinlich gedacht, gegen Lübben wird es ein Selbstläufer, "darüber wird noch zu reden sein." Frieder Andrich wiederum lobte das engagierte Auftreten seiner Mannschaft. "Die Moral in der Truppe stimmt. Die Mannschaft hat sich gewehrt, alles andere muss jetzt nach und nach kommen." Einen Sieg in der B-Note konnte Lübben dann doch feiern. "Beim Physiotherapeuten liegt ihr aber vorn, die B-Note geht an euch", so ein Zuschauer am Rande des Spiels. Auf Nachfrage erklärte er, er meine die gut aussehende Lübbener Physiotherapeutin Katharina Dommasch, "von der ich mich lieber behandeln lassen würde, als von unserem Masseur."

Stephan Teske


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