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FSV Blau-Weiß Wriezen: Robert Rosenfeld - Dirk Ziethen (68. Ronny Reiter), Daniel Stein, Torsten Bracht, Thomas Becker - Thomas Adamski (46. Matthias Ludwig), Stefan Reiniger, David Lehmann, Christian Wegner, Marcel Matthias, Mirko Galle; Trainer: Hartmut Hoffmann Kader: Florian Kropf, Michel Leue FC Groß Muckrow 90: Kai Lobback - Simon Bartusch, Christian Meier, Silvio Hammel, Christoph Misterek - Norbert Miersch, Michael Rühr, Sebastian Witte, Enrico Lehmann, Marcel Seidel (90. Robin Beyer), Tino Sradnick; Trainer: Jan Lobback Tore: 0:1 Marcel Seidel (6.) Schiedsrichter: Sven Lippold (Pillgram) - Assistenten: Klaus-Dieter Balzer (Briesen), Hans-Dieter Schübler (Briesen) Zuschauer: 49 Gelbe Karte: Marcel Matthias / Marcel Seidel, Kai Lobback Mannschaft im Tal der Tränen Es waren noch fünf Minuten in der Landesklassepartie zwischen Wriezen I und Groß Muckrow zu spielen als die ersten Zuschauer Kopfschüttelnd das Stadion am Bockberg verließen. Zu diesem Zeitpunkt mühten sich die Elf Akteure der Blau Weißen noch redlich um die drohende Niederlage zu vermeiden. Allein die Mühen sollten nicht belohnt werden. Nur kurze Zeit später beendete der umsichtig pfeifende Schiedsrichter Sven Lippold die Begegnung und besiegelte damit die Niederlage der Oderbruchhauptstädter. Gegen den schon weit abgeschlagenen Tabellenletzten der Landesklasse Ost verliert der FSV mit 0:1 und muss sich mehr denje mit dem Abstieg in die Kreisliga beschäftigen. Vor allem ein bärenstarker Gästekeeper vereitelte gleich Reihenweise hochkarätige Einschussmöglichkeiten der Platzherren. Die ersten Reaktionen nach dem Abpfiff folgten prompt. „Wie lange will man sich das denn noch anschauen. Das hat doch nichts mehr mit Fußball zu tun.“ schallte es in Richtung der Vorstandsmitglieder Regina Müller und Marco Tamme. Dabei sah man weniger die Mannschaft als den Schuldigen der derzeitigen sportlichen Misere, hatte diese doch, trotz spielerischer Mängel, bis zum umfallen gekämpft und alles versucht um die Niederlage noch abzuwenden. Vielmehr richtete sich der Unmut gegen Trainer Hartmut Hoffmann, der die Mannschaft nicht mehr zu erreichen scheint und gegen den Vorstand selbst, der seit Wochen nichts unternehme um die sportliche Talfahrt zu beenden. Im Klartext soll das heißen: Ein neuer Trainer soll her und das schnellstens. Der Vorstand hielt sich in der Trainerfrage aber noch bedeckt. Es dürften also turbulenten Wochen bei den Blau Weißen anstehen, sollte der sportlich Erfolg nicht wieder zurückkehren. ----------------------------------- (MOZ) In der Fußball-Landesklasse Ost verkörpert die Mannschaft von Blau-Weiß Wriezen bestenfalls noch biederes Mittelmaß. Nach dem höchst peinlichen 0:1 gegen Schlusslicht FC Groß Muckrow und nunmehr elf Spieltagen ist diese Erkenntnis zweifelsfrei nicht gewagt. Im Gegenteil: Sie ist eher noch geschmeichelt. Die Truppe von Trainer Hartmut Hoffmann verfügt derzeit über zehn Zähler und spätestens mit der Heimpleite muss wohl davon ausgegangen werden, dass bis zur Winterpause nicht sehr viele Punkte hinzu addiert werden können. Vielmehr steckt die völlig verunsichert wirkende Mannschaft tatsächlich in argen Nöte. Einmal mehr wurde überdeutlich: Der Wurm steckt beim Landesliga-Absteiger tief im Gebälk. Den lästigen Störenfried zu vertreiben will und soll nach wie vor Hartmut Hoffmann. Doch der Trainer muss gewissermaßen die Quadratur des Kreises schaffen.Insgeheim hatten sich die Oderbruchhauptstädter maximale drei Punkte erhofft. Eine Kalkulation, die, wie sich im Nachhinein herausstellte, auf recht wackligen Beinen stand. Es langte lediglich zu einer restlos unbefriedigenden Schlappe gegen einen keineswegs übermächtigen Kontrahenten. Wriezens Betreuer Wolfgang Galle war entsprechend bedient: "Ich entschuldige mich bei den Zuschauern für das abgelieferte Trauerspiel. Das war einfach nur zum Weglaufen." Wie so häufig in den letzten Heimspielen legten die Platzherren eine durchaus schwungvolle Anfangsphase hin. Einzig der Erfolg wollte sich nicht einstellen. Vielmehr war es Wriezens Stefan Reiniger, dessen kapitaler Schnitzer den Gästen die Führung erlaubte. Michel Puhr nutzte die unerwartete Gunst der Stunde eiskalt. Seine mustergültige Hereingabe beförderte Mario Seidel in der achten Minute mit dem Kopf ins Wriezener Gehäuse. Ein Treffer, der bei der Heimelf nachhaltig Wirkung hinterließ. Hektisch und zerfahren wirkten fortan die Wriezener Aktionen. Dennoch hatte Mirko Galle die Ausgleichsmöglichkeit, zögerte jedoch zu lange mit dem Abschluss (12.). Dann war es Wriezens Schlussmann Robert Rosenfeld, der gegen Kai Lobback Kopf und Kragen riskierte, als der Gäste-Angreifer im Fünfmeterraum frei zum Schuss kam (28.). In der Folgezeit agierte Wriezen zumeist optisch überlegen, blieb allerdings bis auf zwei Gelegenheiten von Marcel Matthias (33.) und Thomas Adamski (40.) ohne echte Torchance. Nach dem Wiederbeginn vermochte sich Wriezen zu keiner Leistungssteigerung aufzuraffen. Zwar mühten sich die Blau-Weiß-Kicker redlich, aber im Mittelfeld hakte der Spielaufbau an allen Ecken und Enden. Kombinationen und Ballstafetten über auch nur zwei oder drei Stationen fanden nicht mehr statt. Als größtes Manko stellte jedoch die Offensive heraus, die gegen Groß Muckrow diese Bezeichnung streng genommen nicht verdiente. Trotz durchaus vorhandenen Engagement blieb vieles Stückwerk und dem Zufall überlassen. Dennoch erspielten sich die Wriezener immerhin einige Möglichkeiten. David Lehmann schoss völlig frei im Muckrower Strafraum das runde Leder Simon Bartusch vor die Brust statt in Netz (53.). Thomas Beckers Geschoss lenkt Keeper Christopf Misterek mit den Fingerspitzen am Pfosten vorbei (58.). Dem Kopfball von Marcel Matthias fehlte die Genauigkeit (70.) und der eingewechselte Matthias Ludwig hat zweimal frei Bahn, scheiterte jedoch am prächtig reagierenden Torsteher Misterek (86./88.). "Die Mannschaft hat sich zu keinem Zeitpunkt aufgegeben und fast hätte der Wille noch Berge versetzt", fingerte Wolfgang Galle nach dem Schlusspfiff verzweifelt nach positiven Ansätzen. |