ESV Lok Falkenberg - TSV 1878 Schlieben |
1 : 3 ( 1 : 2 ) |
|
ESV Lok Falkenberg: Bergemann,Guido - Apitz,Thomas; Born,Toni; Gutewort,Peter - Hanke,Marco;
Hennig,Uwe; Schrey,Göran; Strauch,Gordon - Lobe,Patrick (ab 64. Bär,Dietmar); Müller,Matthias; Tesche,Enrico
(ab 80. Heischkel,Ronny)
|
|
TSV 1878 Schlieben: Wagner,Gerald - Barczyk,Mario; Zanzig,Jens - Brincker,David; Eigl,Thomas;
Fleck,Ronny; Marx,Nicky; Meyer,Thomas - Gajewski,Heiko; Huschka,Ronny; John,Torsten
|
|
Tore: 1:0 Schrey,Göran (13.); 1:1 John,Torsten (18.); 1:2 John,Torsten (43.); 1:3 Meyer,Thomas
(74.)
|
| Zuschauer: 420 |
| Schiedsrichter: Martin Laue (Wiesenhagen) |
|
Gelbe Karten: Apitz,Thomas (7.); Hanke,Marco (5.); Lobe,Patrick (3.); Heischkel,Ronny (1.) /
Barczyk,Mario (6.); Zanzig,Jens (2.); Huschka,Ronny (1.)
|
|
Am Ende war es so gelaufen, wie man es vorher schon vermuten musste. Der Favorit
Schlieben gewann am Samstag das Derby in Falkenberg vor 420 Zuschauern mit 3:1 und
bewies einmal mehr seine Vormachtstellung im Fußballkreis. Doch die Partie begann nicht
unbedingt erwartungsgemäß. Hatte Falkenberg im Hinspiel noch sein Glück in einer total
defensiven Mauertaktik gesucht, spielten die Rot-Schwarzen dieses Mal wenigstens zu
Beginn ordentlich mit.
Die 75. Minute entschied endgültig, Thomas Meyer schießt das 3:1.Die Mannschaften fanden
auf dem tiefen Boden nicht gleich ins Spiel, zudem fehlten auf beiden Seiten wichtige Spieler.
Bei Schlieben konnten die gesperrten Bartsch und Urban nicht mitspielen, bei Falkenberg
fehlte Wolf und kurz vor Anpfiff meldete sich auch noch der grippekranke Heil ab. Falkenberg
wirkte in der Anfangsviertelstunde etwas geordneter, Libero Peter Gutewort hatte seine
Mannen ordentlich vor sich postiert. Und selbst nach vorn ging etwas. Bester Beweis, die 14.
Minute: Mit viel Einsatz kann Thomas Apitz einen Pass per Kopf verlängern, sein
Sturmkollege Matthias Müller bekommt ihn vor die Füße. Unnachahmlich behauptet Müh die
Kugel, und aus dem Rückraum spritzt Göran Schrey genau in die Lücke. Schon ist die
Schliebener Hintermannschaft um Libero Nicky Marx ausgespielt, Schrey taucht allein vor
Keeper Gerry Wagner auf.
Und dort agiert der Falkenberger so, als ob er jeden Tag nichts anderes macht als in
Kreisderbys Tore zu schießen. Kurze Täuschung nach links und dann ab mit dem Ball ins
lange Eck. «Und das passierte ausgerechnet mit meinem schwachen linken Fuß» , freute sich
Schrey, der sich sonst nicht all zu oft in die Torschützenliste einträgt, über das 1:0.
Die Falkenberger Fans zündeten ein kleines Freudenfeuerwerk, sollte heute die Sensation
drin sein« Schliebens Spielertrainer Mario Barczyk war jetzt gefragt, er weckte seine Truppe
auf. Mit einem harten Foul zeigte er an, dass an diesem Tag vor allem Kampfkraft gefragt ist.
«Wir sind da ganz cool geblieben» , kommentierte Barczyk nach dem Spiel nüchtern, «wir
wussten, dass wir noch zulegen können.» Und das taten die Schwarz-Gelben in Person von
Torsten John. In der 18. Spielminute bekam der Torjäger den Ball im Mittelfeld vor die Füße.
Keiner griff ihn so richtig an – ein folgenschwerer Fehler. John zog ab, und der Ball landete
unhaltbar im ESV-Tor. Eine tolle Einzelaktion, Schliebens individuelle Klasse hatte sich hier
zum ersten Mal ausgezahlt.
Was nun, ESV» Der schnelle Ausgleich wirkte demoralisierend auf die Gastgeber, der Traum
vom Derbysieg hatte gerade mal vier Minuten angedauert. Schlieben übernahm nun mehr und
mehr die Initiative und immer wieder sorgte Torsten John für Unruhe. Der Top-Stürmer schoss
aus allen Lagen, in der 26. Minute zischte ein Ball nur knapp über die Latte. Die Gäste hatten
aus dem Hinspiel gelernt, dass gegen Falkenberg der Einsatzwillen gefragt ist. Und so
krempelte die spielerisch starke Truppe die Ärmel hoch und bot den Falkenbergern auch
kämpferisch die Stirn. Phasenweise rackerten die Schliebener so, wie man das eigentlich von
den Platzherren erwartet hatte.
Die Falkenberger wirkten hingegen etwas kraftlos, ein halbe Chance von Matthias Müller und
eine umstrittene Abseitsposition von Göran Schrey, mehr gab es nicht zu notieren. Doch noch
stand es 1:1. Würde Falkenberg das Ergebnis in der zweiten Hälfte mit einem Abwehrriegel
über die Zeit schaukeln? Da machte erneut Torsten John einen Strich durch die Rechnung.
Kurz vor der Halbzeitpause bekam er fast in derselben Position wie beim 1:1 den Ball. Eine
Körpertäuschung, ein Schuss wie ein Strich, und John konnte wieder jubelnd abdrehen.
Die zweite Hälfte wurde zu einer recht einseitigen Angelegenheit. Die Schliebener
dominierten jetzt nahezu nach Belieben. Minutenlang spielte sich das Geschehen
ausschließlich in der Falkenberger Hälfte ab, Entlastungsangriffe gab es nur noch vereinzelt.
In der 57. Minute knallte Thomas Meyer einen Freistoß an den kurzen Pfosten, das war
schließlich der Startschuss für die intensivste Drangperiode der Schliebener. Zweimal kurz
nacheinander scheiterte Thomas Eigl an Guido Bergemann, wiederum nur wenig später
entschärfte der Falkenberger Keeper auch noch einen Kopfballaufsetzer von Thomas Meyer.
Bergemann war in der zweiten Hälfte mit Abstand der beste Falkenberger, nur seinen
Rettungsaktionen war es zu verdanken, dass Lok noch immer auf den Ausgleich hoffen
konnte.
Spätestens in der 75. Minute wurde dann aber klar, dass es hier nur einen Sieger geben
konnte. Falkenbergs Toni Born verlor bei einem der wenigen Konter im Mittelfeld den Ball,
nun ging es ganz schnell. Ein Pass auf Thomas Meyer, und der schob den Ball völlig
freistehend ein. Das war die Entscheidung. Erst nach dem 1:3 rappelten sich die Falkenberger
noch einmal auf und entwickelten wenigstens noch etwas Torgefahr. Mehr als eine ungenutzte
Chance von Matthias Müller kam aber dabei nicht heraus. Unterm Strich war das zu wenig,
um den Favoriten hier ernsthaft in Verlegenheit zu bringen. Falkenberg bleibt nur die
Erkenntnis, dass Schlieben derzeit einfach eine Klasse besser ist.
Jan Lehmann
|
|